Gemeinnütziger Wohnbau als Schlüssel für leistbares Wohnen in Vorarlberg
Die im März 2026 erschienene Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) zeichnet ein klares Bild: Zwischen 2011 und 2024 sind die Mietpreise in Vorarlberg um 61 % gestiegen – die Haushaltseinkommen hingegen nur um 39 %. Umso wichtiger ist die stabilisierende Wirkung des geförderten Mietwohnbaus. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 23.400 Vorarlberger Haushalte leben derzeit in einer gemeinnützigen Mietwohnung – und profitieren damit von einem monatlichen Mietvorteil von zuletzt 2,9 Euro pro Quadratmeter gegenüber dem privaten Markt.
Ergänzend dazu belegt das Policy Paper des Verbands (Autor: Gerald Kössl), dass der gemeinnützige Wohnbau weit über die reine Versorgungsfunktion hinaus wirkt. Gemeinnützige Bauvereinigungen sind gesetzlich verpflichtet, Mieten kostendeckend zu kalkulieren, Gewinne zu begrenzen und Überschüsse in neue Projekte zu reinvestieren. Das Ergebnis: Auch nach Rückzahlung der Wohnbauförderungsdarlehen bleiben die Mieten im gemeinnützigen Sektor dauerhaft niedrig – während gewerbliche Vermieter nach Ende der Förderdauer auf marktübliche Preise wechseln können.
Für den Fördergeber bedeutet das: Jeder Euro, der in den gemeinnützigen Wohnbau fließt, hat eine langfristige und nachhaltige Wirkung – im Gegensatz zur zeitlich befristeten Preisbindung im privaten Sektor. Auch der preisdämpfende Effekt auf den gesamten Wohnungsmarkt ist belegt.
Chancen und Potential in Vorarlberg
Derzeit liegt der Anteil gemeinnütziger Mietwohnungen im Ländle bei rund 13 % – der österreichweite Durchschnitt beträgt 24 %. Würde Vorarlberg diesen Wert erreichen, könnten rund 18.000 zusätzliche Haushalte von günstigem, dauerhaft leistbarem Wohnraum profitieren. Mit aktuell rund 22.800 gemeinnützigen Wohnungen im Land und einer zunehmenden Zahl neuer Projekte und Bauträger ist der Kurs klar: mehr leistbarer, gemeinnütziger Wohnraum für Vorarlberg.