GEMEINNÜTZIGE BAUVEREINIGUNGEN

Wohnpaket 2021: Gemeinnützige begrüßen neue Initiativen

„Die Landesgruppe Tirol begrüßt die aktuell beschlossenen Maßnahmen zum „Wohnpaket neu“ der Tiroler Landesregierung mit den Schwerpunkten Wohnbauförderung, Raumordnung und Grundverkehr,“ so Obmann der GBV Landesgruppe Tirol, Franz Mariacher. Seit Jahren kämpft das Land Tirol mit steigenden Preisen für Wohnraum. Grund dafür sind Platzmangel, Wohnungsleerstand und Baulandhortung, welche zunehmend zu Spekulationen am Wohnungsmarkt führen: „Als einen sehr wesentlichen Punkt sehen wir die beabsichtigte Unterbindung von Spekulationen im geförderten Wohnbau. Wir haben hier seit geraumer Zeit immer wieder aufgezeigt, dass es bei geförderten bzw. generell von GBVs errichteten Eigentumswohnungen einer Gesetzesanpassung (wie z.B. Vorkaufsrecht bei Mietkauf) bedarf,“ so der Landesgruppenobmann.

Wohnbauförderung im Sinne der Gemeinnützigen

Im Zentrum des Wohnbauförderungspakets stehen 47 Millionen Euro Investition in die Wohnbauförderung, mit denen gezielt Projekte für Junges Wohnen unterstützt werden. Weitere 50 Millionen Euro fließen in die Förderung von studentischem Wohnen. Die Landesregierung möchte also gezielt die Mietbelastung für junge Mieterinnen und Mieter senken. Österreichweit betrifft die Mietersparnis bei einer gemeinnützigen Wohnung durchschnittlich bei 160 Euro, während Mieterinnen und Mieter von gemeinnützigen Wohnungen in Tirol über 200 Euro weniger Miete bezahlen. Doch nicht nur junge Menschen profitieren von den neuen Bestimmungen, auch die gemeinnützigen Bauträger gewinnen durch die Flexibilisierung der Wohnbauförderung mehr Handlungsspielraum: „Neben den Erhöhungen der Fördersätze bei Heimen und der Anhebung der Wohnbeihilfe wurden auch, bereits seit langer Zeit, geäußerte Wünsche der Landesgruppe wie z.B. die Glättung der Mietpreiskurve und die Berücksichtigung der Körnung der Baukörper bei den angemessenen Grundkosten berücksichtigt“, bekräftigt Franz Mariacher.

Grundverkehr und Raumordnung

Auch der Erwerb von Grundflächen, die nicht umgehend zu Bauland umgewidmet werden, wird erleichtert. Der Obmann der Tiroler Gemeinnützigen hofft hier besonders auf eine schnelle Umsetzung: „Einerseits gibt es in Tirol sehr viel gewidmetes Bauland, andererseits wird davon jedoch kaum etwas zu den erforderlichen Konditionen für den geförderten Wohnbau zur Verfügung gestellt. Wir hoffen, dass die geplanten Maßnahmen möglichst rasch umgesetzt werden können und den gewünschten Effekt erzielen.“

Dazu werden Neubauprojekte nun intensiver kontrolliert. Geprüft werden dabei die platzsparende Planung von Projekten sowie die Rücksichtnahme auf Natur und Schutzgebiete. Für den Obmann Franz Mariacher wird dabei die Prüfung von gewerblichen Baukörpern besonders interessant: „Spannend ist hier wie sich die Prüfung bei der Erweiterung der Kundenfläche hinsichtlich einer Mehrfachnutzung auswirkt. In der Vergangenheit wurde ja aufgezeigt, dass viele Handelsbetriebe nur mit einem Geschoß errichtet werden und eine Nutzung darüber in Form von Wohngeschoßen meistens sehr einfach zu verwirklichen wäre.“ 

Leerstandsabgabe und Ferienwohnungsverbot

Neben den Neuerungen rund um die Wohnbauförderung betrifft das Maßnahmenpaket auch die Ermächtigung von Gemeinden, den Wohnungsleerstand zu erheben und – sofern notwendig – eine gesetzliche Leerstandsabgabe einzufordern. Zudem wurde auch ein partielles Freizeitwohnsitzverbot beschlossen, um neben Neubauten auch bestehenden Wohnraum zu mobilisieren. 

Gemeinnützige sorgen für leistbaren Wohnraum in Tirol 

Laut einer Studie des WIFO ist der Anteil an gemeinnützigen Wohnungen von 20 Prozent in Tirol besonders gering. Für den leistbaren Wohnraum ist aber eine sehr hohe Nachfrage vorhanden: Rund 20 Anwärter gibt es für jede der 1.300 jährlich neu erbauten Wohnungen. Zudem findet auch das Modell Mietwohnung mit Kaufoption in Tirol großen Zuspruch: In etwa 500 Kaufoptionen werden laut Franz Mariacher jährlich eingelöst.

 

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