GEMEINNÜTZIGE BAUVEREINIGUNGEN

Tirols Bevölkerung in Bewegung

Die jährlich erhobenen demografischen Daten der Landesstatistik zeigen, welche Gemeinden in Tirol wachsen, welche an Einwohnerzahl verlieren oder hinsichtlich ihrer Bewohnergröße unverändert bleiben. Zu erkennen sind eine sinkende Einwohnerzahl in der Landeshauptstadt, ein Wachstum der umliegenden Stadtgebiete und ein Unterschied zwischen jungen männlichen und weiblichen Personen beim Thema Landflucht.

Veränderung in der Landeshauptstadt
Die Auswertung zeigt für Innsbruck erstmalig seit 2002 ein Minus. 383 Einwohnerinnen und Einwohnern (0,3%) wanderten mehr aus der Stadt ab als hinzugezogen sind. Weniger stark zugezogen sind insbesondere Personen bis 24 Jahre. Grund dafür ist mitunter eine Änderung der Regelung der Mietzinsbeihilfe: Früher erhielten die Bewohnerinnen und Bewohner die Beihilfe, nachdem sie in Innsbruck gemeldet waren, nun gibt es dafür eine zweijährige Frist. Besonders schwierig ist die Situation für Studentinnen und Studenten, gerade Bachelorstudierende mit dem meist drei Jahre langen Studium sind benachteiligt. Die gemeinnützigen Bauträger im Land setzten deshalb auf Projekte, die leistbares Wohnen ermöglichen. Zu nennen ist dabei beispielsweise das Fünf-Euro Wohnbauprojekt in Tirol (siehe Artikel: Fünf Euro Wohnbauprojekt wird in Inzing zur Realität; Kitzbühel für 5 Euro pro Quadratmeter).

Speckgürtel gewinnt an Beliebtheit
Studentinnen und Studenten entscheiden sich mittlerweile oftmals für die Pendlervariante. Dabei wohnen sie in den umliegenden, oft günstigeren Gemeinden und fahren öffentlich in die Stadt. Auch die 30- bis 39-jährige Bevölkerung übersiedelt von der Stadt in die umliegenden Gebiete des Speckgürtels, der sehr ländliche Raum stößt bei ihnen auf wenig Interesse. So ist beispielsweise im Innsbruck-Land ein Plus von 1514 Personen zu erkennen.

Landflucht genau unter der Lupe
Gerade zwischen den weiblichen und männlichen Personen ist in Tirol ein Unterschied bei der Landflucht zu erkennen: Junge Frauen aus sehr ländlichen Gebieten gehen im Zuge ihrer Ausbildung in die Stadt, danach jedoch wieder zurück. Im Gegensatz dazu bleiben die jungen Männer eher in der Stadt.

Für die Untersuchung zum Thema Landflucht wurden insgesamt 279 Gemeinden in vier Kategorien eingeteilt: Erste Kategorie sind die 53 städtischen Gemeinden, bei denen nicht nur die Städte selbst, sondern auch Gemeinden aus ihrem Umland enthalten sind, beispielsweise Völs oder Wattens. Tourismusgebiete wie Sölden oder Ischgl sind Teil der kaum ländlichen Kategorie mit insgesamt 88 Gemeinden. Ländliche Gemeinden, wie Alpbach oder Enns, bilden mit 86 Gemeinden die dritte Kategorie. Als vierte Kategorie sind 52 sehr ländliche Gemeinden am Berg oder in Seitentälern, wie dem Lechtal, zu nennen.

 


Entwicklung der Wohnbevölkerung 2018 in Tiroler Gemeinden ©Grafik Land Tirol/TT, Quelle: Landesstatistik


 

© 2019, Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen
FAQs Impressum Sitemap