GEMEINNÜTZIGE BAUVEREINIGUNGEN

Sozialer Holztraum in Nobelviertel Rosenhain

Ein paar Schritte vom Uni-Sportzentrum entfernt ist das neue Projekt der Siedlungsgenossenschaft Ennstal im Entstehen. 38 kompakt geschnittene Wohnungen soll der Holzbau umfassen und vor allem für einkommensschwächere und kinderreiche Familien ausgelegt sein. Das Angebot reicht von kleinen Garconnieren bis hin zu 5-Zimmer-Wohnungen auf 85 m2, perfekt geeignet für Familien mit mehreren Kindern, denen getrennte Zimmer wichtig sind. In manchen dieser kompakten Wohnungen misst die Wohnküche kaum 20 m2, von Familien oft gewünscht und dennoch selten zu finden.  „Der Bedarf an solchen kompakten Wohnungen ist groß“, sagt Birgit Schauer, Projektleiterin in der gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft Ennstal, die das Projekt im Zuge eines Bauträgerwettbewerbs mit nachgeschaltetem Architekturwettbewerb entwickelt hat.

Jede Wohnung verfügt über eine breite Balkon- und Loggienschicht, die an der Fassade mit zueinander versetzten Lärchenholzrosten verkleidet sind. Die über zwei Geschosse reichenden Schattenspender dienen zugleich als Sichtschutz als auch als Rankengerüst für Pflanzen. Zudem sollen die kompakten Wohnungen durch bewusst groß dimensionierte Freiräume ausgeglichen werden. Doch die wahre Besonderheit des Hauses liegt im Innenhof verborgen: Das große Atrium, welches Platz für Individualisierung und das soziale Leben mit den Nachbarn bietet. „Es ist in Österreich brandschutzrechtlich verboten, brennbare Gegenstände auf den Gang zu stellen. Aber unsere Gänge sind so breit, dass für kleinere Sachen dennoch Platz ist. Wenn man heute durch die Anlage spaziert, sieht man bereits Schuhe, Kräutertöpfe, Sitzbankerl, und ich gehe davon aus, dass diese lebendige Bespielung in den kommenden  Jahren noch deutlich zunehmen wird. Hier findet das soziale Leben statt“ ist der Architekt des Wohnbaus Stefan Nussmüller überzeugt. Die 4,4 Millionen Euro Baukosten wurden so optimal genutzt.

Durch das Baurecht  sowie behördliche Anreize wie etwa den Entfall der Bauabgabe sei es möglich gewesen , die Mietkosten auf 7,85 Euro pro m2 zu reduzieren – inklusive Umsatzsteuer, Betriebskosten und eingebauter Küchenzeile. Der Wohnbau, der 2020 fertiggestellt werden soll, fällt unter die 25 Prozent geförderter Wohnbauten in der Steiermark, die aus Holz errichtet werden müssen. Für die Decken und Innenwände wurde massives Brettschichtholz gewählt, während für die Außenwände Riegelkonstruktionen mit innenliegender Wärmedämmung verwendet wurden. Durch den platzsparenden Wandaufbau konnten zusätzlich 50 verwertbare m2 gewonnen werden. 

Um die Nutzung der Gemeinschaftsräume zu garantieren veranstaltet die SG Ennstal zudem regelmäßig Frühstücke, Spielnachmittage und Nachhilfestunden für Kinder und Jugendliche.

Das Atrium © Der Standard 

Der Holzbau  © Der Standard 

 

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