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Wohnen für junge Menschen immer mehr zur Belastungsprobe

Jugendliche in Österreich blicken zunehmend kritisch auf ihre Wohnsituation. Aktuelle Studien zeigen: Vor allem steigende Kosten und die Frage nach leistbarem Wohnraum sorgen für Unsicherheit. Mit dem Übergang ins Studium oder ins Berufsleben stellt sich für viele die Frage, wie und wo sie künftig wohnen wollen: weiterhin bei den Eltern, in einem Studierendenheim, in einer Wohngemeinschaft oder im eigenen Haushalt. Die Entscheidung hängt dabei aber nicht nur von persönlichen Vorlieben ab. Wohnort bzw Studienort, Lebenssituation und vor allem die finanziellen Möglichkeiten bestimmen maßgeblich, welche Wohnform überhaupt infrage kommt. Angesichts stark gestiegener Wohnkosten wird das insbesondere für Studierende zunehmend zur Belastung.

Wohnen beschäftigt die junge Generation
Wie wichtig das Thema für junge Menschen ist, zeigen die Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie. 57 % der rund 20.000 Befragten geben an, mit ihrer Wohnsituation zufrieden zu sein. Damit erreicht dieser Lebensbereich eine besonders hohe Zustimmung – sogar eine höhere als etwa die Beziehung zu den Eltern oder der eigene Freundeskreis. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine deutliche Zukunftssorge. Auf die Frage, welche drei Themen ihnen am meisten Sorgen bereiten, nennen 40 % „genug Geld haben“ und 31 % „leistbares Wohnen“. Fast ein Drittel der Befragten erwartet zudem, dass es einem in Zukunft schlechter gehen wird, als der Elterngeneration. Die Zahlen verdeutlichen einen Widerspruch: Viele Jugendliche sind mit ihrer derzeitigen Wohnsituation durchaus zufrieden. Gleichzeitig wächst die Sorge, ob sie sich auch künftig angemessenen Wohnraum leisten können.

Studierende zahlen immer mehr
Besonders deutlich wird die finanzielle Dimension bei Studierenden, wie die Studierenden-Sozialerhebung 2025 zeigt. Die durchschnittlichen monatlichen Wohnkosten für Studierende liegen laut der Studie bei 586 Euro – Wohnform und Wohnort definieren die Kosten dabei stark. 
Vergleichsweise günstig ist das Wohnen in einer Wohngemeinschaft: Hier fallen durchschnittlich 498 Euro pro Monat an. In Studierendenheimen sind es mit 501 Euro nur geringfügig mehr. Deutlich teurer ist ein eigener Haushalt mit 664 Euro monatlich. Im längerfristigen Vergleich zeigt sich, wie stark die Belastung gestiegen ist. 2015 lagen die durchschnittlichen monatlichen Wohnkosten von Studierenden noch bei 387 Euro. Zehn Jahre später sind es 586 Euro – ein Plus von rund 51 Prozent. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist von 2025 bis 2025 nur um 39 % gestiegen.

Wohnformen verändern sich nur langsam
Trotz der deutlich gestiegenen Preise haben sich die Wohnformen von Studierenden insgesamt nur wenig verändert. Verschiebungen gibt es vor allem zwischen Wohngemeinschaften und Studierendenheimen: Heime gewinnen leicht an Bedeutung, während der Anteil der Studierenden in Wohngemeinschaften etwas zurückgeht.

Mehr als ein Drittel des Budgets fürs Wohnen
Für Studierende sind die Wohnkosten inzwischen einer der größten Ausgabenposten. Laut Studierenden-Sozialerhebung 2025 fließen durchschnittlich 38 Prozent ihres gesamten Budgets ins Wohnen. Wenn man bedenkt, dass die Schwelle zur Armutsgefährdung bei 40 Prozent des verfügbaren Budgets liegt, muss da zu denken geben. Speziell in einigen, wie Innsbruck, wird diese für Studierende bereits überschritten: dort liegt frisst Wohnen bereits 41 Prozent des studentischen Budgets auf.

 

Autor: Klaus Bichler