GEMEINNÜTZIGE BAUVEREINIGUNGEN


Gallup Studie: Bestnoten für gemeinnützigen Wohnbau

Image der gemeinnützigen Bauvereinigungen

„Mit einem Ergebnis von 92% Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohnern konnten wir den Spitzenwert aus 2015 sogar noch toppen“, ist
Obmann Karl Wurm erfreut. „Das Thema leistbares Wohnen ist und bleibt ein
Dauerbrenner in Österreich!“

92% der Bewohnerinnen und Bewohner und 88% der Nicht-Bewohnerinnen und Nicht-Bewohner bewerten die Bedeutung des gemeinnützigen Wohnbaus für das Wohnungswesen in Österreich als hoch. Die Leistbarkeit aber auch die hohe Wohnqualität (bedingt durch gute Ausstattung, Infrastruktur und Sicherheit) werden vielfach mit dem gemeinnützigen Wohnbau assoziiert. Ebenfalls die soziale Gerechtigkeit bzw. der soziale Gedanke werden erwähnt - speziell von Nicht-Bewohnerinnen und Bewohnern.
 
Zusätzlich werden die gemeinnützigen Bauvereinigungen als wirtschaftlich solide Unternehmen und als zuverlässig gesehen. Es wird auch anerkannt, dass sie ihre Wohnungen in Schuss halten.

 

vl.nr.: GBV-Stv. Alfred Graf und GBV Obmann Karl Wurm bei der Präsentation der Gallup-Studie / Fotocredit: Robert Newald

Wohnzufriedenheit: GBV Mieter bei Größe und Grundriss zufriedener als andere Mieter
Auffallend bei den Ergebnissen der Studie ist, dass die Befragtendie eigene Wohnzufriedenheit positiver beurteilen als das Wohnungswesen in Österreich insgesamt. Beinahe drei Viertel der Befragten sind mit ihrer eigenen Wohnsituation sehr zufrieden und 20% eher zufrieden.  Der Anteil an Unzufriedenen liegt bei unter 10%.

Bei der eigenen Wohnsituation zeigt sich, dass Menschen in Ballungsräumen (in Städten über 50.000 Einwohnern) und jüngere Personen unzufriedener sind als der Durchschnitt. Es zeigt sich auch, dass Eigentümerinnen und Eigentümer mit ihrer Wohnsituation zufriedener sind als Mieterinnen und Mieter. Unter den Mieterinnen und Mietern schneiden allerdings jene von GBV Wohnungen besser ab als private und Gemeindemieterinnen und Mieter. 9 von 10 GBV Mieterinnen und Mieter sind sehr oder eher zufrieden mit ihrer Wohnsituation und kein/e einzige/r beurteilte die eigene Situation als unzufriedenstellend.
Während die eigene Wohnzufriedenheit gleich hoch wie 2015 eingeschätzt wird (93% sind sehr zufrieden oder zufrieden), wird die generelle Situation von Wohnen in Österreich deutlich schlechter eingeschätzt.



Höchste Zufriedenheit zeigt sich in Bezug auf den Wohnort/die Lage des Wohnhauses, die persönlich empfundene Sicherheit sowie die Größenverhältnisse der Wohnsituation. GBV Mieterinnen und Mieter sind bei Größe und Grundriss zufriedener als andere Mieterinnen und Mieter.

40% sehen Wohnungswesen in Österreich kritisch
Im Gegensatz zur eigenen Wohnsituation wird Wohnen in Österreich generell weniger positiv beurteilt. 58% der Befragten bewerten das Wohnungswesen in Österreich positiv (nur knapp ein Fünftel als „sehr zufriedenstellend“). Das Wohnen in Österreich wird in positiver Hinsicht vor allem durch optimale Rahmenbedingungen geprägt, die eine hohe Lebens-und Wohnqualität ermöglichen.

Als negative Seite des Wohnwesens kristallisiert sich ein einziger deutlicher Schwerpunkt heraus: der Kostenfaktor. Sowohl Miet-als auch Kaufpreise werden als kaum leistbar erachtet. In der Tat geben fast 40% der Befragten an, dass Wohnen in Österreich (unabhängig von der eigenen Situation) nur mäßig bis nicht zufriedenstellend ist. Dies deutet darauf hin, dass sich die Bevölkerung bewusst ist, dass es für viele schwierig geworden ist eine leistbare, qualitativ hochwertige Wohnung zu finden.

Veränderung der Wohnsituation
Die Studie fragte auch die Einschätzung der zukünftigen Wohnsituation ab. Knapp ein Fünftel plant in absehbarer Zeit eine Übersiedlung, wobei der Wechsel des Wohnobjekts meist den gesamten Haushalt betrifft. Am ehesten umziehen werden junge Menschen, Haushalte mit Kindern,Personen in Wien aber vor allem private Mieterinnen und Mieter. Mit 30% weisen letztere den höchsten Anteil an geplanten Umzügen auf. Obwohl nicht gefragt wurde ob der geplante Wohnwechsel gewollt oder ungewollt erfolgen wird, deutet dies auf eine höhere Instabilität des privaten Mietsektors hin.

Dies bestätigt sich auch wenn man die durchschnittliche Mietdauer der Befragten betrachtet. Vor allem bei den privaten Mieterinnen und Mietern fällt die kurze Dauer des Mietverhältnisses auf. Fast 60% aller privaten Mieterinnen und Mieter wohnen seit weniger als sechs Jahren in ihrer aktuellen Wohnung, im Vergleich zu 25% der Gesamtbevölkerung. Dies bestätigt andere Studien, die den Trend zu befristeten Mietverträgen im privaten Sektor aufzeigen.

Haushalte in gemeinnützigen Mietwohnungen weisen dem gegenüber eine längere Wohndauer als private Mieter auf, leben aber kürzer in ihren Wohnungen als Gemeindemieterinnen und -mieter oder Eigentum-Haushalte. Das ist insofern als positiv zu bewerten, da trotz überwiegend unbefristeter Verträge Veränderungen der Wohnsituation erfolgen und somit eine zufriedenstellende Fluktuation in GBV-Mietwohnungen gegeben ist. 

Erwartungen an die Zukunft
Bei den Herausforderungen für die Zukunft des Wohnens zeigt sich, dass primäres Thema die Sicherstellung leistbaren, kostengünstigen Wohnens ist. In weiterer Folge ist auch die Sanierung der Wohnungsbestände eine Herausforderung. Daher sollte auch die Wohnbauförderung in den Augen der Befragten sowohl für die Sanierung des vorhandenen Bestands als auch für die Errichtung von Mietwohnungen verwendet werden.

„Die Gemeinnützigen tragen hier einen großen Teil dazu bei, dass diese Situation verbessert wird“, so GBV-Obmann Wurm. Jedoch wird einfaches „mehr bauen“ nicht reichen. „Insbesondere durch den Druck bei den Baukosten und rasch ansteigenden Grundstückspreisen, wird auch für die Gemeinnützigen die Realisierung von leistbarem Wohnraum immer schwieriger“, betont Obmann Stellvertreter Alfred Graf. „Hier ist die Politik gefordert, günstigere Rahmenbedingungen zu schaffen“.

Eckdaten
Der Österreichische Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen und das österreichische Gallup Institut führten erneut (nach 2015) eine Erhebung zum Thema „Gemeinnütziger Wohnbau“ durch.
•    Repräsentative Bevölkerungsstudie (österreichische Wohnbevölkerung ab 18)
•    Durchführungszeitraum Dezember 2018
•    1000 telefonische Interviews


Studienautorin Gabriela Reithner (Gallup Institut) mit GBV- Obmann Karl Wurm (rechts) und GBV-Obmann Stv. Alfred Graf (links) / Fotocredit: Robert Newald


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